Vereinsgeschichte der Vogelschutzgruppe bis zum 25-jährigen Jubiläum 2001
(Auszug aus der Festschrift)
Die Vogelschutzgruppe Lautertal-Höhengemeinden e.V., wie sie heute besteht, entwickelte sich aus dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), früher DBV - Deutscher Bund für Vogelschutz.

Vor 33 Jahren, am 11. Juni 1976, einem Freitagabend, trafen sich erstmals Vogelfreunde des Bezirks Lautertal II (zu dem auch die Höhengemeinden mit den Orten Breitenwiesen, Knoden und Schannenbach gehörten) im Gasthof „Zum Kaiserturm" (Inhaber Heinrich Becker) in Gadernheim, um sich in einer Gruppe zu organisieren, deren Ziel der Schutz und die Erhaltung der heimischen Vogelwelt sein sollte.

Nachdem man sich einig war, dass man gemeinsam die Ziele des Vogelschutzes effektiver verfolgen und in der Öffentlichkeit besser auf die Belange des Vogelschutzes aufmerksam machen kann, entschloss man sich zur Gründung eines Vereins. Alle bei der Versammlung anwesenden Personen wurden Mitglied in dieser neuen Ortsgruppe im Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV). Ein neuer Verein war geboren.

Anwesend waren:

Werner Trautmann   Hans Erhard Haas   Peter Mink
Erwin Mang   Johannes Pfeifer   Philipp Schäfer
Hans Degenhardt   Reinhard Götz   Willi Schnorr
Helmut Meyer   Peter Wiener   Martin Christ

Von den zwölf Anwesenden bei dieser Sitzung wurde noch am selben Abend der erste Vorstand der Vogelschützer gewählt:

1. Vors.:   Werner Trautmann, Schannenbach
2. Vors.:   Helmut Meyer, Gadernheim
Rechner:   Peter Wiener, Gadernheim
Schriftführer:   Hans Degenhardt, Gadernheim
Beisitzer:   Erwin Mang, Reinhard Götz, Willi Schnorr,
   Peter Mink,
   alle aus Gadernheim.

Der junge Verein machte sich alsbald an die Arbeit. Mit zu den ersten Aufgaben zählte die Nistkastensäuberung und Winterfütterung. Auch in der Öffentlichkeit machte man auf sich aufmerksam; so wurde am Buß- und Bettag im Dorfgemeinschaftshaus in Schannenbach zu einem Filmnachmittag eingeladen. Dieser Termin zieht sich wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte und wurde immer zu Filmvorführungen genutzt. Nachdem die Gemeinde Benutzungsgebühren für das Dorfgemeinschaftshaus verlangte, wurde die Veranstaltung - auch die Vogelschützer mussten rechnen - 1994 in die gegenüberliegende Gaststätte „Zum Odenwald" verlegt. Seit dieser Zeit finden die Filmnachmittage abwechselnd in den Ortsteilen Schannenbach, Lautern und Gadernheim statt, um auch den Mitgliedern dieser Ortsteile gerecht zu werden.

Seit der Gründung sind nunmehr 33 Jahre vergangen und vieles hat sich geändert.

Folgende Vorsitzende führten bisher die Gruppe:

Seit 11.06.76  Werner Trautmann (1. Vors.)
Helmut Meyer (2. Vors.)
Seit 10.03.78  Helmut Meyer (1. Vors.)
Ferdinand Dörfler (2. Vors.)
Seit 16.02.79  Ferdinand Dörfler (1. Vors.)
Wolfgang Opper (2. Vors.)
Seit 12.03.93  Wolfgang Opper (1. Vors.)
Werner Schmidt (2. Vors. bis 24.09.99)
Reinhold Böhm (2. Vors. ab 17.03.00)
Seit 16.03.01  Wolfgang Müller (1. Vors.)
Reinhold Böhm (2. Vors.)
Seit 06.09.05 Norbert Riebel (1. Vors.)
Walter Pfeifer (2. Vors.)

Im September 1985 wurde die Gruppe als gemeinnützig anerkannt und als eigenständiger Verein unter dem Namen „Vogelschutzgruppe Lautertal-Höhengemeinden e.V." im Vereinsregister eingetragen. In ihrer Satzung ist das Tätigkeitsfeld klar formuliert:

„Aufgaben und Zweck der Gruppe sind insbesondere die Pflege und der umfassende Schutz der freilebenden Vogelwelt, insbesondere durch die Schaffung und Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie Verbreitung des Vogelschutzgedankens durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Sie tritt ferner ein für die Belange des Umwelt- und Landschaftsschutzes."

1986 konnte man auf 10 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Damals zählte der noch junge Verein schon 105 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr hat sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt und mit 276 Mitgliedern hat sich der Verein zu einem der größeren unter den Gadernheimer Vereinen gemausert.

Nicht umsonst erfreut sich der Verein großer Beliebtheit:
Das jährlich stattfindende Heidenberg-Grillfest, jeweils am 3. Wochenende im August ist immer ein Höhepunkt im Vereinsgeschehen, ebenso wie die Tagesfahrten, die jährlich stattfinden. Hinzu kommen ein Familienabend in geselliger Runde, Kaffeekränzchen für die Helferinnen des Festes u. a. m. Zu Jahresbeginn findet der traditionelle „Haarebäig-Skat" im Vereinsheim statt und beim Filmnachmittag hat die Bevölkerung Gelegenheit, sich über die Vereinsarbeit zu informieren. Innerhalb der Mitglieder besteht eine Hobby-Kicker-Mannschaft, die sehr erfolgreich an den bisherigen Turnieren teilnahm und einen Kegelklub, „Steife Böck" (seit 1994), der sich einmal im Monat zum Kegeln trifft. Jeden ersten Sonntag im Monat findet eine Frühwanderung in die nähere Umgebung statt, die den Mitgliedern, insbesondere den neu hinzugekommenen bzw. zugezogenen Mitgliedern Gelegenheit gibt, die Umgebung unserer Gemeinde und die betreuten Gebiete der Gruppe näher kennen zu lernen.

Seit November 1988 besteht eine Jugendgruppe (von Alois Konecny ins Leben gerufen), die heute 30 Mitglieder zählt. Im Jahr 1991 hat sie die Patenschaft und die Betreuung der Schleiereulenkästen (1981 aufgestellt) im Gadernheimer Kirchturm übernommen. Wanderungen, Radtouren, Filmvorführungen, Spielnachmittage und zur Weihnachtszeit eine Nikolausfeier werden von den Jugendbetreuern organisiert. Jedes Jahr immer heiß erwartet wird der Freizeitaufenthalt über ein Wochenende in einem Ferienheim.

Bisherige Jugendleiter waren:

1988 bis 1993 Alois Konecny

1993 bis 1997 Toni Meindl und Hans Degenhardt

1997 bis 2005 Nicole Konecny und Rainer Arnold
2005 bis 2009 Rainer Arnold
ab 2009 Hannelore Jung

Bei allem darf man aber auch die Arbeit nicht vergessen, welche bei den Vogelschützern das Jahr über anfällt. Neben Instandhaltungsarbeiten und Arbeiten am Vereinsgelände im Heidenberg, müssen die angepachteten und eigenen Grundstücke gepflegt werden. Größere Arbeits­einsätze erfordern folgende Gebiete:

   Amphibientümpel im Forst. Dieser wurde 1979 mit Genehmigung des Hess. Forstamtes angelegt.

   Rohrwiesen in Raidelbach. Das Feuchtbiotop wurde 1980 angepachtet und im Schilfgürtel wurde ein Tümpel ausgehoben.
   Im Dezember 1991 wurde dieses Gelände und ein angrenzendes feuchtes Wiesengrundstück gekauft.

   Feuchtgelände in Schannenbach, 1984 angepachtet. Hier entstanden ein kleiner und ein größerer Tümpel.

   Feuchtbiotop an der MPS Gadernheim. 1985 wurde der Gruppe das Gelände vom Kreis kostenlos zur Verfügung gestellt.
   Drei kleine Teiche sollten auch der Schule zu Unterrichtszwecken dienen.

   Streuobstwiesen in Lautern. Im September 1996 gekauft, wurden hier im November desselben Jahres Obstbäume (u. a.    Speierling) angepflanzt.

Außer der Betreuung der Biotope wurden von der Gruppe über 300 Nistkästen aufgehängt, die jährlich gesäubert werden und deren Belegung ausgewertet und schriftlich festgehalten wird. Einen Vergleich mit früheren Jahren lässt sich jederzeit anstellen. Hinzu kommen jedes Jahr noch weit über 200 Futterrähmchen, die gefüllt werden sowie sechs zentrale Futterstellen im Waldgebiet rund um Gadernheim, die es zu versorgen gilt.

Ganz stolz sind die Vogelschützer auf ihr Vereinsheim im Heidenberg. Jeden Sonntagmorgen trifft man sich hier zum Meinungsaustausch. Kleinere Veranstaltungen finden ebenfalls hier statt.
Die Festschrift können Sie gegen eine Gebühr von 1,-- € (Spende für die Jugendgruppe) bestellen.
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